Die Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) liefert die genauesten Informationen über die Herzkranzgefäße. Vor jeder Herzoperation, also auch vor einer geplanten Klappenoperation, muss eine solche Darstellung der Herzkranzgefäße erfolgen. Dabei wird unter Röntgenkontrolle Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße eingebracht, um so eventuelle Verengungen oder Verschlüsse diagnostizieren zu können.
Im Albertinen-Herzzentrum werden pro Jahr mehr als 4.000 Koronarangiographien und fast 1.000 interventionelle Eingriffe an den Herzkranzgefäßen (Ballondilatationen und Stenteinlagen) durchgeführt.
Die Untersuchung findet in der Regel am Tag der Aufnahme im Albertinen-Krankenhaus statt. In einigen Fällen kann sie auch ambulant durchgeführt werden.
Durchführung
Die Untersuchung wird meist von der rechten Leiste aus in örtlicher Betäubung vorgenommen. Dazu wird die Leiste im Herzkatheterlabor rasiert und desinfiziert. Der Kardiologe spritzt mit einer dünnen Kanüle ein Betäubungsmittel unter die Haut, damit die eigentliche Leistenpunktion schmerzfrei ist. Dann schiebt er einen dünnen Draht durch die Körperschlagader (Aorta) bis zum Herzen vor. Dort entspringen die Herzkranzgefäße. Über den Draht wird nun ein Katheter geschoben, und durch diesen wird Kontrastmittel in die Kranzarterien gespritzt, so dass sie auf dem Röntgenschirm erkennbar werden.
Nach Beendigung der Untersuchung wird der Katheter entfernt und ein Druckverband in der Leiste angelegt.
In den letzten Jahren wird die Herzkatheteruntersuchung in zunehmendem Maße von der Handgelenksarterie (Arteria radialis) durchgeführt. Im Anschluss an die Untersuchung wird für einige Stunden ein Druckverband am Handgelenk angelegt.
Nachsorge
Nach Anlage des Druckverbandes in der Leiste müssen Sie zunächst ca. 6 Stunden Bettruhe einhalten, da sich die punktierte Leistenarterie wieder gut verschließen muss. Dabei sollten Sie viel trinken, um das Kontrastmittel wieder auszuscheiden. Das pflegerische Team betreut Sie dabei mit großer Erfahrung und Zuwendung. Das Ergebnis der Untersuchung erfahren Sie noch am selben Tag, meistens direkt im Anschluss an die Untersuchung. Falls weitere Interventionen nötig sein sollten, können diese ohne Verzögerungen im Albertinen-Herzzentrum durchgeführt werden.
Wenn die Untersuchung über die Handgelenksarterie (Arteria radialis) durchgeführt wird, muss keine mehrstündige Bettruhe eingehalten werden.