Das Herz besitzt vier Klappen. Zwei davon liegen zwischen den Herzvorhöfen und Kammern und zwei liegen am Übergang der Kammern zu den jeweiligen Schlagadern. Die Klappen steuern die Fließrichtung des Blutes durch jeweiliges Öffnen und Schließen. Durch verschiedene Faktoren kann dieser Mechanismus defekt sein. Es kann entweder zu einer Verengung (Stenose) oder einer Schließschwäche (Insuffizienz) der Klappen oder zu einer Kombination aus beiden Defekten (kombiniertes Vitium) kommen. Alle Herzklappenfehler haben zur Folge, dass Blut im Herzen zurückbleibt oder ins Herz zurückfließt. Der Herzmuskel muss erheblich mehr Arbeit leisten, um genügend Blut in der Kreislauf zu pumpen. Das führt dazu, dass die Herzkammern stark belastet werden, sich im Lauf der Zeit immer mehr vergrößern und schließlich auch schwächer werden.
Defekte Herzklappen können nicht medikamentös behandelt werden, allenfalls können ihre Folgerescheinungen, z.B. Wasseransammlungen in der Lunge oder den Beinen, durch Medikamente gelindert werden.
In einigen Fällen kann der Kardiologe versuchen, eine verengte Klappe durch einen Ballonkatheter zu sprengen. Dieser Eingriff ist jedoch nicht ohne Risiko und der Erfolg oft nur von kurzer Dauer.
In den meisten Fällen muss ein Klappenfehler operativ beseitigt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Die defekte Klappe wird repariert (rekonstruiert). Besonders gut geht dies bei Mitral- und Trikuspidalklappeninsuffizienz, in bestimmten Fällen auch bei der Aortenklappeninsuffizienz.
Es wird eine Klappe aus biologischem Material eingesetzt, z. B. vom Schwein oder Rind (Bioklappe).
Es wird eine mechanische Klappe aus Kunststoff oder Metall eingesetzt (Kunstklappe).
Das Albertinen-Herzzentrum ist führend im Bereich der klappenerhaltenden Operationen. Bei der isoliert insuffizienten Mitralklappe wird in 90% der Fälle die Klappe rekonstruiert. Dabei werden die Klappe und ihr Halteapparat erhalten, was viele Vorteile für den Patienten mit sich bringt.
Durchführung
Eine Operation kann je nach Schweregrad der Erkrankung geplant oder auch als Notfall durchgeführt werden. In der Regel werden Sie und Ihr Hausarzt etwa acht bis vierzehn Tage vor der geplanten Operation über den Aufnahmetermin schriftlich informiert. Am Aufnahmetag werden eventuell noch fehlende Untersuchungen sowie Laboruntersuchungen durchgeführt. Nach der Aufnahmeuntersuchung durch einen der Stationsärzte werden Sie vom Pflegeteam für die Operation vorbereitet und ausführlich über den geplanten Ablauf informiert.
Meistens findet die geplante Operation am Tag nach der Aufnahme im Krankenhaus statt. Da jedoch auch viele Notfallpatienten im Albertinen-Herzzentrum operiert werden, kann sich der Termin manchmal um einen Tag verzögern.
Am Tag vor der Operation finden ausführliche Aufklärungsgespräche mit den Chirurgen und den Anästhesisten über die geplante Operation und Narkose statt.
Am Operationstag erhalten Sie etwa eine Stunde, bevor Sie in den Operationssaal gebracht werden, Tabletten, von denen Sie schon sehr müde werden. Sie werden dann mit dem Bett zum OP gefahren und dort vom Anästhesie-Team in Empfang genommen.
Nach der Operation
In der Regel verbringen Sie ein bis zwei Tage auf der herzchirurgischen Intensivstation. Danach werden Sie auf die Intermediate Care Einheit oder die Normalstation A2 verlegt. Der gesamte Krankenhausaufenthalt dauert etwa 8 bis 10 Tage. Entscheidend für einen guten Verlauf ist Ihre Mitarbeit bei der Mobilisation. Unser Ziel ist es, Ihnen möglichst schnell wieder zur Selbstständigkeit zu verhelfen, ohne Sie dabei zu überfordern. Dazu dient auch eine gute Koordination Ihres sich anschließenden Rehabilitationsaufenthaltes. Dieser wird bei uns schon bei der Aufnahme mit Ihnen und Ihren Angehörigen geplant. Um eine lückenlose Versorgung auch nach dem Krankenhausaufenthalt zu gewährleisten, bietet das Albertinen-Herzzentrum die integrierte Versorgung für viele Patienten an. Informieren Sie sich schon im Vorfeld Ihres Aufenthaltes über diese Möglichkeiten bei Ihrer Krankenkasse.